Berlin
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Ica-Projekt
Das Ica ProjectDas Departament Ica (Bevölkerung: 639.000), wurde mit am schwersten von dem verheerenden Erdbeben am 15. August 2007 in Peru betroffen.
Das Lateinamerika-Forum plante zunächst, die Errichtung eines Kindergartens (GuarderÃa) zugunsten von Kindern zu unterstützen, deren Eltern in Ica am Lehrinstitut Juan XXIII studierten. Da dieses Institut dann aber wegen der Erdbebenschäden völlig abgerissen und verlagert werden musste, wurde ein neuer Projektansatz in einem der ärmsten Siedlungsgebiete der Stadtumgebung gewählt.
Dieses Gebiet namens „Nueva Esperanza“ (2000 Bewohner) war zugleich Zufluchtsort für Erdbebenopfer. Innerhalb eines Monats konnten mit Hilfe von Spendengeldern des LAF (4000 Euro) für diesen einzigen Kindergarten im gesamten Siedlungsgebiet Aufenthaltsräume, Mobiliar sowie Spielzeug angeschafft werden. Am 9.1.2008 war die feierliche Eröffnung des Kindergartens. Heute werden bereits 40 Kinder von 5 geschulten Betreuerinnen versorgt. Die Kinder erhalten alle eine regelmäßige Nahrung. Nahrungsmittel und Betreuung sind für das gesamte Jahr 2008 finanziell abgesichert.
Mitglieder des Lateinamerika-Forums haben im August 2008, Dezember 2009 und im April 2010 (Herr Klaus Reckling, Frau Ute Schirmer und Frau Gisela Caspers) die Betreuungsstätten aus eigener Initiative und auf eigene Kosten besucht. Sie konnten sich von der ordnungsgemäßen Verwendung der gespendeten Mittel, dem Engagement des lokalen Partners und der Bedarfssituation in dem extremen Armutsgebiet überzeugen. Herr Reckling und Frau Schirmer haben im Lateinamerika-Forum ihre Eindrücke persönlich berichtet und für eine weitere Unterstützung des Vorhabens durch das Lateinamerika-Forum plädiert. Familie Caspers hat von ihrem Besuch im April 2010 einen schriftlichen Bericht verfasst und aussagekräftige Fotos gemacht, von denen auch die vorstehenden Bilder stammen. Wir haben Bericht und Fotos beigefügt, da sie einen sehr plastischen Eindruck über die Situation vor Ort vermitteln.
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BESUCH IN PERU
Unser Mitglied, Frau Ute Schirmer, hat am 17. und 18. Dezember dieses Jahres unser kleines Hilfsprojekt in Ica, im Süden Perus, besucht. Das Lateinamerika-Forum hat dieses Projekt nach dem schweren Erdbeben im August 2007 aus Spendengeldern unterstützt.
Frau Ute Schirmer engagiert sich selbst seit 25 Jahren erfolgreich bei einem Gesundheitsprojekt in San MartÃn / Nordperu zugunsten benachteiligter Menschen, wurde für ihre Arbeit in Peru von der Regierung ausgezeichnet und schaut mit Erfahrung und kritischem Blick auf Hilfsprojekte.
Wir möchten Ihnen gern nachstehend ihren kurzen Bericht über ihren Besuch beim Hilfsprojekt Ica weiterleiten. Er zeigt positive Wirkungen unserer Hilfe auf und könnte auch eine Anregung zu einem weiteren Engagement geben.
“Lieber Herr Dr. Zenk,
jetzt habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, da ich schon längst schreiben wollte. Es hat alles wunderbar mit dem Treffen in Ica geklappt, obwohl ich am 17.12. statt am frühen Nachmittag erst am späten Nachmittag ankam, da die Panamericana vor Cañete wegen einer Protestaktion stundenlang blockiert war. Anlass war die mit Steinen unterschiedlicher Größenordnung vertretene Forderung nach einer neuen Universität... Trotz eines massiven Polizeieinsatzes verlief gottlob alles glimpflich. So konnte ich noch vor Einbruch der Dunkelheit mit Marco Antonio Velásquez die beiden Randsiedlungen, in denen die Spendengelder verwendet wurden, besuchen. Man hätte höchstens noch nachfragen können, was die Aufwendungen in Höhe von 4000 Soles für "otros" beinhalten, aber ich denke, daß hier grosso modo alles gut verwendet und transparent abgerechnet wurde. Damit endet eigentlich der Anteil des Lateinamerikaforums am weiteren Gedeihen des Projekts.
Die Kosten für den laufenden Betrieb versucht die kleine Stiftung, deren stellvertretender Vorsitzender Marco Antonio Velásquez ist, mit eigenen Aktionen zu finanzieren.
In Subjantalla, wo wir zuerst waren, werden täglich acht Kinder, vom Säuglingsalter an, von einer Frau, die selbst ihr Baby mitbringt, betreut. Sie bekommt dafür eine Aufwandsentschädigung von 150 Soles im Monat (ca. 35 Euro) - die Armut dieser Menschen ist wirklich erschütternd, und doch spürt man das Engagement und den Willen, ein Stück weiter voranzukommen.
Wohlgemerkt: Subjantalla ist die Siedlung, wo die Krippe funktioniert, wenn auch nur in diesem bescheidenen Rahmen. In Nueva Esperanza, wo es galt herauszufinden, worin das "Akzeptanzproblem" besteht, wird das dort mit den LAF-Spenden gebaute Holzhäuschen für Wochenendveranstaltungen mit Eltern und Kindern verschiedener Altersstufen genutzt. Auch das erscheint mir sehr sinnvoll. Eine Krippe gab es dort auch vorher nicht und muß es bestimmt auch jetzt nicht geben, aber die Veranstaltungen, die die Roncalli-Stiftung dort mit den Betroffenen auf die Beine stellt, bieten sicher eine gute, praxisorientierte Beratung und Lebenshilfe.
Wie gesagt, handelt es sich hier um Folgekosten der LAF-Spende, die vor Ort erbracht werden. Herr Velásquez hat einen ganz ausgezeichneten Eindruck auf mich gemacht. Sein Engagement für diese Siedlungen ist spürbar. Im Berufsalltag ist er in einem ganz anderen Bereich tätig: er ist der Beauftragte für Hochschulbildung der Region Ica. Frau Lourdes Vigil habe ich leider nicht treffen können, da sie am folgenden Tag eine lange Sitzung hatte, aus der sie als Veranstalterin unabkömmlich war. Alles in allem kann ich aber als Fazit feststellen, daß die LAF-Aktion einen Anstoß gegeben hat und engagierten peruanischen Menschen mit Bürgersinn, wie Herrn Velásquez, dazu verholfen hat, mit ihren Projekten ein winziges Stück weiterzukommen. Ich habe ihm geraten, dem LAF öfter ein paar Zeilen zu schreiben und kurz zu berichten, wie dieses Projekt weiterläuft. Dann könnte ich mir vorstellen, daß kleine Weihnachtsaktionen des LAF, auch wenn nur ein paar hundert Euro zusammenkommen, dort mit großer Freude sinnvoll verwendet würden.
Im Anhang schicke ich einige Fotos, die ich in Subjantalla und Nueva Esperanza gemacht habe. Herzliche Grüße und meine besten Wünsche für den Jahreswechsel!“
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 BESUCH BEIM KINDERGARTENHILFSPROJEKT ICA / PERU
Am Freitag, den 16.April, hatten wir (Frau und Herr Caspers) uns in Ica mit Señor Marco Antonio an seinem Arbeitsplatz, der Erziehungsbehörde von Ica, verabredet. Vorher hatte ich mit der Leiterin der Stiftung "Angelo Guiseppe Roncalli", Frau Lourdes Vigil MamanÃ, gesprochen.
Marco Antonio begleitete uns zu der Siedlung "Nueva Esperanza" im Distrikt "Salas-Guadalupe", etwa 10 km nördlich von Ica. Dort sind Holzhäuser auf den Wüstensand gebaut, ohne Wasseranschluss und Kanalisation. Die Holzmodule des Kindergartens, etwa 20 - 30 qm groß, steht auf einer Betonplatte. Sie hat - soweit wir das feststellen konnten - keinen Stromanschluss. Die Frauen der Siedlung, die außerhalb arbeiten oder andere Erledigungen zu machen haben, bringen ihre Kinder zu dieser Einrichtung. Die Kindergärtnerin, Elizabeth Hernández, war sehr erfreut über unseren Besuch. Etwa bis zu 25 Kinder im Alter von 2 - 3 Jahren würden von ihr betreut. In dem Raum herrschte eine große Hitze, die schon beim eintreten kaum zu ertragen war, obwohl die Fenster geöffnet waren. Die Tür, die etwas Durchzug verschafft hätte, kann nicht geöffnet werden, da die Kinder aus dem Haus laufen würden. Ein niedriges Holzgitter im Türrahmen, das Abhilfe schaffen könnte, war nicht vorhanden. Die Kinder waren fröhlich und begrüßten uns herzlich. Die Kindergärtnerin sagte uns, dass sie für die Kinder keine Wasserrationen in großen Plastiktonnen von der Gemeinde erhalten würde. Die Kinder würden unter der Hitze leiden. Die Bewohner der Siedlung kaufen das Wasser; es wird in Plastikkanistern abgefüllt. Einige Kinder bringen eigene Getränke mit. Hier könnte man Abhilfe schaffen durch Wasser, das für die Kinder regelmäßig beschafft wird. Es würden auch noch Mobiliar gebraucht, sowie Arbeitsmaterialien und Spielzeug, evt. auch ein Ventilator (einen Stromanschluss haben wir nicht gesehen, lässt sich aber wohl herstellen). Die herzliche und engagierte Betreuerin war spürbar erleichtert, dass sie von ihren Bedürfnissen sprechen konnte.
Ein zweiter kleinerer Kindergarten im Distrikt "Subtanjalla-Ica", den wir anschließend besuchten, war ein Eckhaus in einem Wohnviertel. Es werden dort 8 Kinder im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren betreut. Als wir kamen, waren dort fünf Kinder anzutreffen. Die Tagesmutter, "madre-sustituta", die hier die Aufgabe einer Kindergärtnerin übernimmt, war mit der Situation ihrer Guarderia - in D. würden wir Kinderkrippe sagen - im Allgemeinen zufrieden. Die Ausstattung ist besser und vollständiger als im anderen Kindergarten.
Einige Erläuterungen aus meiner Sicht:
1. Umgebung und Ausstattung der Kindergärten sind für peruanische Verhältnisse nicht ungewöhnlich. Überhaupt eine Guarderia zur Verfügung zu haben, ist ein großes Glück für die Familien. Für europäische Verhältnisse bedeutet die Minimalausstattung eine Katastrophe. Für die Siedlung Esperanza ist die vom Lateinamerika-Forum (LAF) gesponserte Einrichtung eine Hilfe, die den Kindern Zugute kommt. Viele von ihnen wären sonst für Stunden sich selber überlassen, was in Peru auch in anderen Stadtrandsiedlungen und Dörfern häufig passiert. Hat die Mutter z.B. einen Verkaufsstand auf dem Markt oder am Straßenrand, werden die Kinder dicht bei ihr gehalten und dürfen mit Steinen spielen, werden mit Süßigkeiten gefüttert, aber sich nicht fortbewegen. Babys und Kleinstkinder kommen in Pappkisten und erhalten wenig Zuwendung, geschweige denn Förderung. Wegen dieser Bedingungen sind die Kinder teils unterernährt, teils haben sie erhebliche Entwicklungsrückstände. Diese Defizite lassen sich mit gesunder Ernährung, regelmäßiger und liebevoller Zuwendung und Bewegungs- und Lernanreizen zum Teil ausgleichen, meist bleibt eine traurige Hypothek fürs Leben zurück, die das Lernen in der Schule und das Erlernen eines Berufes oder die Bewährung an einem Arbeitsplatz, sowie die Entwicklung von sozialen Kompetenzen erschweren, wenn nicht verhindern. Damit ist der Kreislauf von Armut und Mangel an Lebensperspektiven geschlossen.
2. Hilfe von außen, z.B. durch die Stiftung "Angelo Giuseppe Roncalli", die vom LAF gesponsert wird, kann diesen Kreislauf durchbrechen. Die Kinder haben dann das große Glück, eine - wenigstens in den Stunden im Kindergarten - normale Kindheit mit Spiel und Gesellschaft von Gleichaltrigen zu haben. Damit erhalten sie persönliche Förderung und Reserven für die Zukunft. Im konkreten Fall der Guarderias in Ica fehlt es an finanziellen Mitteln.
Señor Marco Antonio arbeitet an der regionalen Erziehungsbehörde und ist Hochschullehrer. Er kümmert sich in seiner Freizeit um die Projekte, die allerdings sehr begrenzt ist, weil er - wie viele in Peru - 2 Jobs hat. Für die mehrstündige Fahrt mit uns zu den Kindergärten musste er sich frei nehmen. Die Leiterin der Fundación ist ebenfalls Hochschullehrerin, die kaum die Zeit hat, die pädagogischen Einrichtungen der Stiftung zu besuchen. Insgesamt aber scheinen die Arbeiten ordnungsgemäß zu laufen und die Mittel zum Wohl der Kinder eingesetzt zu werden. Über weitere Einzelheiten können wir in Berlin berichten.
Mit einem relativ geringen Aufwand von Finanzmitteln, wie etwas 500 Dollar pro Jahr für Trinkwasser, lässt sich ein großer Effekt erreichen, wenn man davon ausgeht, dass z. B. Wasser das Lebensnotwendigste für ein Kind ist. Das Gute in Ica ist, dass die Fundación freie Hand hat und weitgehend nicht von staatlichen Genehmigungen abhängig ist.
Sehr geehrter Herr Zenk, soweit der Bericht. Die Angaben in dem Bericht lassen sich noch mit mehr faktischen Einzelheiten und Angaben von Informationsquellen ergänzen. Das zu recherchieren, brauchte es noch mehr Zeit von meiner Seite. Haben Sie noch Anfragen, fehlen noch wichtige Informationen, lassen Sie es mich wissen.
Mit freundlichen Grüßen
G. Caspers
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