Daniela Araujo

Am 10.7.2017 in den Räumen des LAF

Ein Beitrag von Katrin Steinitz (WFD)

Fachkundiges Publikum

Vor einem Publikum mit knapp 30 Gästen berichteten Daniela Araujo, Geschäftsführerin, und André Luiz Fidelis de Azevedo, pädagogischer Koordinator von AdoleScER, brasilianische Partnerorganisation des Weltfriedensdienst, von ihrer Arbeit. Christina Schug, WFDKooperantin bei AdoleScER, übersetzte und ergänzte.

Die Nicht-Regierungsorganisation AdoleScER wurde im Jahr 2000 in der im Nordosten Brasiliens gelegenen Metropole Recife gegründet. Unterstützt vom Weltfriedensdienst e.V., hat sie sich zum Ziel gesetzt, in armen Vierteln der Stadt mit der höchsten Gewaltrate Brasiliens den Teufelskreis von Armut, Gewalt und Drogen zu durchbrechen. Dazu befähigt sie Jugendliche, Subjekte und Akteure ihres eigenen Lebens zu werden. AdoleScER bildet Mädchen und Jungen zu MultiplikatorInnen aus, die ihr Wissen an Freunde, Familie, MitschülerInnen und Nachbarn weitergeben. Motto: Wer sein Schicksal verändern will, braucht Wissen, Courage und die Fähigkeit, die eigenen Interessen zu vertreten.

André Luiz Fidelis de Azevedo

Die Gäste berichteten, dass die  sozialen Errungenschaften und die Garantie von Bürgerrechten der letzten zehn Jahre unter sozialdemokratischen Regierungen durch die Regierung Temer seit vergangenem Jahr Schritt für Schritt zurückgefahren werden. Mit einschneidenden Kürzungen im sozialen Sektor – vor allem im Bildungs- und Gesundheitsbereich – geht die Zunahme alltäglicher Gewalt in ganz Brasilien einher. Betroffen sind dabei besonderes Jugendliche der Unterschicht.

Daniela Araujo, André Fidelis, Christina Schug, Werner Würtele (von re)

Einer der Schwerpunkte von AdoleScER ist die Umweltbildung – angesichts einer prekären sanitären Versorgung, verschmutzter Abwasserkanäle sowie einer insgesamt mangelhaften Gesundheits-Infrastruktur sind Aufklärung und Teilhabe eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Leben in den Favelas. Wasserverschwendung, defekte Leitungen und die Verunreinigung des Grundwassers durch Müll führten zudem im süßwasserreichsten Land der Erde häufig zu Wassermangel. Mit AdoleSWcER lernen die Jugendlichen einen bewussten Umgang mit Wasser, sie lernen, wie man Schulgärten anlegt, sie trennen Müll und demonstrieren in den Gemeinden für eine saubere Umwelt. Jede/r einzelne kann etwas beitragen, um seine Umwelt zu verändern.

Anschließend gab es eine lebendige Diskussion, in der BrasilianerInnen und ehemalige EntwicklungshelferInnen in Brasilien über ihre eigenen Erfahrungen berichteten.

Mehr zu AdoleScER: http://wfd.de/thema/brasilien-soziale-integration-und-gewaltpraevention-durch-peer-education/