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Mit Renata Motta, Luiz Ramalho und Mario Schenk. Moderation Mareen Butter

Vor einem Jahr hat der rechtsradikale Ex-Militär Jair Bolsonaro sein Amt als Präsident angetreten. Bereits im Wahlkampf hatte sein aggressiver Diskurs gegen Afrobrasilianer*innen, Frauen, Indigene, LGTBI, soziale Bewegungen und Linke international Besorgnis ausgelöst.

In dem einen Jahr hat sich vieles in Brasilien weiter negativ entwickelt. Gesetze zum Schusswaffenbesitz wurden liberalisiert, die Befugnisse von Sicherheitskräften, durch eine Art Freischein zum Töten, erweitert. Soziale Rechte wurden abgebaut, der Bildungs- und Sozialetat drastisch reduziert und eine neoliberale Rentenreform durchgezogen. Armut und Ausgrenzung haben zugenommen, das gesellschaftliche Klima hat sich enorm verschlechtert.

Besonders große Empörung auf internationaler Ebene provozierte die Haltung Bolsonaros gegenüber den in dieser Dimension nie gekannten Bränden im Amazonasgebiet.

In der Veranstaltung soll sowohl eine Bilanz der bisherigen Regierungszeit Bolsonaros gezogen, als auch über das Thema Widerstand diskutiert werden:

  • In welche Richtung entwickelte sich Brasilien ökonomisch und politisch? Wer leidet am meisten unter Repression und sozialer Ungleichheit?
  • Welche Tendenzen werden innerhalb der Regierung erkennbar – wie positioniert sich das Militär?
  • Wer (unter)stützt Bolsonaro? Steht noch eine Mehrheit der Bevölkerung hinter ihm?
  • Welche Bedeutung kommt den sozialen Bewegungen und Organisationen der Zivilgesellschaft zu? Welche der politischen Linken? Können diese Bolsonaro gefährlich werden? Welche Rolle spielt dabei Ex-Präsident Lula?
  • Wie gestalten sich die internationalen Beziehungen Brasiliens, auch zu Deutschland?

Schließlich blicken wir in das Jahr 2020: Welche politischen Perspektiven hat das Land, welche Szenarien sind denkbar?

Diese und weitere Fragen diskutieren mit Ihnen:

Dr. Renata Motta ist Junior Professorin in Soziologie am Lateinamerika Institut der Freien Universität Berlin. Sie ist Mitglied des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) und hat zur sozialen Mobilisierung gegen Gentechnik in Argentinien und Brasilien promoviert. Seit 2019 leitet sie die vom BMBF geförderte Nachwuchsgruppe Food for Justice: Power, Politics and Food Inequalities in a Bioeconomy.

Dr. Luiz Ramalho ist Soziologe und Ökonom aus Rio de Janeiro. Er ist seit über 40 Jahren in der internationalen Zusammenarbeit tätig, u.a. in Guinea (Conakry), Brasilien, Papua Neuguinea, Mexiko für unterschiedliche Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit. Er ist Mitglied des Lateinamerika-Forums Berlin, der Brasilieninitiative Berlin und ist Vorstandsmitglied des Weltfriedensdienstes.

Mario Schenk forscht im Rahmen der Nachwuchsgruppe GLOCON an der Freien Universität Berlin zur Rolle des Staates in Landkonflikten in Brasilien. Für das Portal amerika21.de schreibt er über brasilianische Innenpolitik, Umweltkonflikte und das Militär. Mario Schenk hat in Berlin und São Paulo Lateinamerikanistik studiert.

In deutscher Sprache

Beitragsfoto: Planalto ©Werner Würtele

Mit freundlicher Unterstützung

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