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Im 50. Jahr der Ermordung von Ernesto Che Guevara

Der heute 73 jährige gelernte Werkzeugmacher aus dem Schwarzwald Erwin Kohmann kam 1966 mit dem Franziskanerorden nach Paraguay. Dort lernte er sowohl die Theologie der Befreiung als auch die Pädagogik der Befreiung in Praxis kennen. Er arbeitete mit Bauerngruppen, gewann Einblicke in die Kosmovision der indigenen Guaraní. Er wurde Zeuge des Genozids am indigenen Volk der Achés zu Zeiten des General Stroessner. Auch musste er Erfahrung mit dem berüchtigten „Plan Condor“ machen, Netz der Geheimdienste der Militärdiktaturen, auf dessen Konto Tausende von Morden und Entführungen gingen.

1977 wurde Kohmann in die Pastorale der Provinz Vallegrande/Bolivien versetzt, wo er sich vor allem um die Landjugend kümmerte. Dort in Vallegrande war zehn Jahre zuvor Che Guevara ermordet worden.

Kohmann verließ 1994 den Orden wegen Heirat, aber auch weil die Amtskirche seine Arbeit zunehmend erschwert hatte. Seither ist der ehem. Franziskaner als Kleinbauer tätig und pflegt in Vallegrande bis heute Che Guevaras Andenken. Er hegt Bewunderung für Papst Franziskus, und lobt die Fortschritte, die Bolivien unter der Führung von Präsident Morales seit 2005 machte.

Che Guevara: Seit den Tagen in der Sierra Maestra an der Seite von Fidel Castro haben sich viele seines Mythos bedient – von der Revolution zum T-Shirt. Che, der Argentinier, war und ist auch heute noch für Befreiungs- und Solidaritätsbewegte Identifikationsfigur. Viel wurde in ihn hineininterpretiert, viel ist über ihn, sein Vermächtnis und seine Ausstrahlung geschrieben worden. Zuletzt veröffentlichte sein jüngerer Bruder ein vielbeachtetes Buch über ihn.

Wir sprechen mit Erwin Anastasio Kohmann über sein bewegtes Leben, blättern dabei ein Stück revolutionäre Geschichte Lateinamerikas auf und beleuchten das Verhältnis der katholischen Kirche zu den verschiedenen Emanzipationsbewegungen.  Che als Jesus – was ist dran an dem Vergleich? Weitere Fragen

  • Foto: Alberto Korda (1960)

    Welche Bedeutung hatte Che in der 2. Hälfte des 20. Jh. für den politischen Prozess in Lateinamerika,

  • … welche für das Leben des ehem. Franziskaners Erwin Kohmann?
  • „Der bewaffnete Kampf hat vieler Orts in in eine Sackgasse geführt, die Einrichtung autoritärer Diktaturen legitimiert und linker Politik geschadet“. Stimmen Sie diesem zu? Wie bewerten Sie den bewaffneten Kampf/Widerstand aus heutiger Sicht?
  • Trotz seines Scheiterns: warum fasziniert Che auch heute noch so viele Menschen? Ist Che Guevara noch Referenz  im Kampf für eine bessere Welt?
  • Lohnt es auch heute noch, sich an ihn zu erinnern – und nicht nur sein Konterfei auf dem T-Shirt zu tragen? Wie ist Che aus heutiger Warte zu beurteilen?
  • Was von Che Guevara steckt in der Politik von Evo Morales, der sich ja auf Che beruft?

Die Ethnologin Dr. Juliana Ströbele-Gregor ergänzt, fragt, widerspricht. Kritisch setzt sie sich sowohl mit Che Guevara als auch mit dem aktuellen politischen Prozess in Bolivien auseinander. Moderation: Dr. Werner Würtele (LAF).

Lesen Sie auch den Rückblick auf die Veranstaltung.

Beitragsbild von  Ulla Heidbüchel Che in La Habana.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der

FES

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Einlass ab 18 Uhr 45. Kein Zugang mehr möglich nach Beginn der Veranstaltung (d.h. 19 Uhr 15).

Bitte um Anmeldung bis spätestens 15.11.2017: anmeldung@lateinamerikaforum-berlin.de

 

 

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