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Ausgebeutet, missbraucht, verwahrlost für immer?
Fortschritte bei der Durchsetzung von Kinderrechten in Lateinamerika

Kurzvorträge und Podiumsdiskussion mit Tuline Gülgönen, Consultant; Felicitas Eser, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Prof. Dr. Manfred Liebel, Kinderrechtsexperte

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Lateinamerika-Forums Berlin e. V. mit dem Weltfriedensdienst

2019 wird die Internationale Konvention zu Kinderrechten 30 Jahre alt. Anlass genug, anhand von Fallbeispielen – Mexiko, Honduras, Bolivien – eine kleine Bilanz zu ziehen.

Im Gegensatz zu afrikanischen finden lateinamerikanische Kinder und Jugendliche selten den Weg in die Schlagzeilen unserer Medien, es sei denn,

  • guatemaltekische Kinder sterben, wie jüngst, in US-Obhut
  • ein Gesetz erlaubt Kindern unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten wie in Bolivien
  • Jugendbanden ziehen erpressend und mordend durch die Lande
  • Missbrauchsfälle, verübt im Schoße der katholischen Kirche, sorgen weltweit für Empörung.

Zu den Kinderrechten gehört das Recht auf Partizipation. Dieses liefert den roten Faden der Veranstaltung. Partizipation warum, bei was und vor allem wie?

Lateinamerikanische Städte sind schon für die Erwachsenen immer feindlicher und gefährlicher geworden, wie viel mehr für die Schwächsten der Gesellschaft, die Kinder. Doch Kind ist nicht gleich Kind. Entscheidend für ihre Lebenschancen sind, neben den politischen Rahmenbedijgungen, klar,  ihre soziale und geographische Herkunft, ihr Geschlecht, ihre ethnische Zugehörigkeit.

Tuline Gülgönen untersucht die Situation der Kinderrechte in Mexiko und die Herausforderungen bei deren Umsetzung für Regierung und Nicht-Regierungsorganisationen. Wie kindgerecht ist die sog. „Kindgerechte Mexiko-Stadt“? Was ist von der neuen Regierung López Obrador (AMLO) zu erwarten? (Anm.: Sprache dieses Teils ist Spanisch mit deutscher Zusammenfassung)

Obwohl die Geburtenraten in den meisten lateinamerikanischen Ländern der letzten 50 Jahre deutlich sanken, haben wir es dort immer noch mit sehr jungen Gesellschaften zu tun. Umso verwunderlicher, dass nicht mehr Entwicklungsprogramme auf sie ausgerichtet sind. Oder ist das ein Vorurteil? Felicitas Eser stellt den Aktionsplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu Kinderrechten vor und berichtet aus eigener Erfahrung in Honduras und Nicaragua, wie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Kinderrechte auf Beteiligung und Bildung in ihren Programmen fördert.

Manfred Liebel kommentiert. Kurz streift er den „Fall“ Bolivien, zieht Bilanz zu 30-Jahre Kinderrechtskonvention, und wagt schließlich einen Blick in die Zukunft.

Eintritt frei. Spenden erwünscht. Bitte um anmeldung@lateinamerikaforum-berlin.de

Ort: Bismarckstr. 101, 5. Etage bei SEKIS,  10625 Berlin, Eingang Weimarer Str.!
Verkehr:  U2 Deutsche Oper

Bitte beachten: Einlass zwischen 18 Uhr 30 und 19 Uhr

Beitragsfoto: ©Wuertele

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Lateinamerika-Forums Berlin e. V. mit dem

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Unsere Referent*innen:

Tuline Gülgönen

  • ist assoziierte Wissenschaftlerin am Centro francés de Estudios Mexicanos y Centroamericanos (CEMCA) und unabhängige Beraterin für Kinderrechte
  • arbeitete ​nach einem Studium der Philosophie und Politikwissenschaften in Paris in Organisationen zum Schutz der Rechte von Kindern in Europa, Afrika und Mexiko, wo sie die letzten zehn Jahre lebte
  • schrieb ihre Dissertation über die Partizipation von Kindern in Mexiko-Stadt.

Seitdem widmet sich Frau Gülgönen der pluridisziplinären Forschung über Partizipation und citizenship von Kindern in verschiedenen Bereichen. Mehrere ihrer Forschungsarbeiten behandeln die Frage wie Kinder ihre Stadt (er)leben und repräsentieren.

Felicitas Eser

  • ist Beraterin für Kinderrechte der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und berät das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in kinderrechtsrelevanten Themen.
  • arbeitete für die GIZ drei Jahre in Honduras und koordinierte zusammen mit dem honduranischen Bildungsministerium ein Projekt zum Kinderrecht auf Beteiligung in Schulen.
  • untersuchte in einem partizipativen Forschungsprojekt mit Kindern in Nicaragua den Zusammenhang zwischen Kinderrechten und internationalen Entwicklungszielen.

Nach ihrem Studium der lateinamerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaften in Gießen und dem Masterstudiengang „Childhood Studies and Children’s Rights“ in Berlin arbeitete Frau Eser in verschiedenen entwicklungspolitischen Organisationen in Deutschland, Spanien, Nicaragua und Honduras. Felicitas Eser ist seit 2018 Vorstandsmitglied des Weltfriedensdienstes (WFD).

Prof. Dr. Manfred Liebel

  •  ist Soziologe und Sozialpädagoge. Nach einer Professur an der TU Berlin hat er fast zehn Jahre den von ihm mitbegründeten weiterbildenden Masterstudiengang „Childhood Studies and Children’s Rights“ an der FU Berlin geleitet (der seit 2017 an der FH Potsdam fortgeführt wird).
  • hat in den 1990er Jahren als Streetworker mit Kindern in Nicaragua gearbeitet und ist seitdem Berater der Bewegungen arbeitender Kinder in Lateinamerika.
  • ist Autor zahlreicher Studien und Bücher über Kinderrechte sowie zu Kindern und Jugendlichen im Globalen Süden, zuletzt „Kinderinteressen. Zwischen Paternalismus und Partizipation“ (2015) und „Postkoloniale Kindheiten“ (2017).

In den letzten Jahren hat sich Prof. Dr. Liebel besonders intensiv mit der Politik und Gesetzgebung zu arbeitenden Kindern in Bolivien befasst. Manfred Liebel, Postkoloniale Kindheiten. Zwischen Ausgrenzung und Widerstand 2017, 312 Seiten broschiert, € 29,95, ISBN 978-3-7799-3654-1 Auch als E-Book erhältlich.

 

Links:

GIZ https://www.kinder-und-jugendrechte.de/

Honduras: https://www.kinder-und-jugendrechte.de/weltweit/lateinamerika/honduras/

Bolivien: https://www.pronats.de/news/unatsbo-presseerklaerung-2018/

México: https://issuu.com/labcdmx/docs/jugarlaciudad

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