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Podium mit Kurt Damm (Bildungsreferent und Gutachter), Franco di Giangirolamo (italienischer Gewerkschafter), Robin Stock (Promotor für zukunftsfähiges Wirtschaften) und Manfred Schumacher (Fair-Band, Ndoro Trading)

Die vorgesehene Referentin Prof. Dr. Clarita Müller-Plantenberg musste aus Gesundheitsgründen leider absagen. Wir wünschen Clarita rasche Genesung!

Eigentlich sollte der Mensch im Mittelpunkt ökonomischen Handels stehen. Dass dieser Anspruch handlungsleitend für die meisten Entscheidungen in der Wirtschaft ist, darf bezweifelt werden. Ganz im Gegenteil drängt die Globalisierung im Zeitalter des Neoliberalismus immer mehr Menschen aus dem formellen Arbeitsmarkt in die informelle Ökonomie. Bei der Suche nach alternativen Formen der Wirtschaft und des Handels werden an vielen Orten dieser Welt Konzepte alternativer Wirtschaftspolitik und Alternativen des wirtschaftlichen Handelns entwickelt und diskutiert. In Brasilien wird diese Debatte seit Beginn der 1990er Jahre unter dem Begriff der „Solidarischen Ökonomie“ geführt. Unternehmen und Projekte wollen unter Berücksichtigung der Kriterien „kooperativ, ökologisch, sozial und solidarisch“ zu einem wirtschaftlichen Handeln kommen, das nicht nur der Gewinnmaximierung als alleinigem Ziel dient.

>Engagierte sind derzeit auf der Suche nach alternativen ökonomische Ansätzen –  in Lateinamerika und Europa!

Lateinamerika. In Brasilien sind bereits 22.000 Betriebe aufgelistet, die sich der Idee einer solidarischen Ökonomie angeschlossen haben. Ähnlich wie im Fairen Handel handelt es sich bei der Solidarischen Ökonomie damit weniger um eine theoretisch geführte Diskussion im Elfenbeinturm der Wissenschaft, sondern vor allem um eine gelebte Praxis.

Doch nach einigen fetten Jahren mit eher linksgestrickten Regierungen haben nun wieder konservativ-neoliberale Machtgruppen die Herrschaft in wichtigen lateinamerikanischen Ländern übernommen – mit mehr (Argentinien) oder weniger (Brasilien) legalen Mitteln – legitimiert mit der angeblichen Unfähigkeit der Vorgängerregierungen, der Wirtschaftsflaute Herr zu werden. Die Rahmenbedingungen für soziale Bewegungen änderten sich mit Krise und Rechtsruck grundlegend. Unternehmen schließen, die Arbeitslosenraten steigen, Armut wächst. Staatlicher Sozialkahlschlag trifft auch die Solidarische Ökonomie.

Wir beginnen mit einer Einführung und Bestandsaufnahme zur Sozialen Solidarischen Ökonomie (SSÖ) in Brasilien und wenden uns dann Fragen zu wie :

  • Welche Erfahrungen mit nationaler und internationaler Solidarität bzw. Kooperation von Betrieben der SSÖ liegen vor? (Italien – Brasilien)
  • Was können die SSÖ in Lateinamerika und Europa von einander lernen?
  • Wo gibt es Schnittstellen und Kooperationsmöglichkeiten mit dem Fairen Handel? Können sich diese Ansätze ergänzen, voneinander lernen, ihren Wirkungsbereich vergrößern?
  • Wie reagieren Unternehmen, Zivilgesellschaft und Betriebe der SSÖ auf die sich verschlechternden Rahmenbedingungen in Lateinamerika?

Solidarische Ökonomie – relevante Alternative und Keimzelle für eine andere, bessere Welt?

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und Beiträge!

Der Eintritt ist frei. Bitte um anmeldung@lateinamerikaforum-berlin.de

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Buchtipp: Verein zur Förderung der Solidarischen Ökonomie (Hrsg.), Die ökonomische Dimension des Friedens: soziale solidarische Ökonomie, Kassel University Press 2017. http://www.upress.uni-kassel.de/katalog/abstract.php?978-3-7376-0394-2

„Was können wir von der Sozialen Solidarischen Ökonomie in Europa lernen für Inklusion von arbeitslosen Jugendlichen, prekär Beschäftigten, Langzeitarbeitslosen, durch Insolvenz gefährdeten Arbeiter*innen und Flüchtlinge? Welche solidarischen Schritte sind dringend erforderlich bei uns? Akteure der Sozialen Solidarischen Ökonomie aus Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland berichten über ihre Vorhutbeispiele: ihre Instrumente, Methoden und Organisationsformen.

Das Buch „Die ökonomische Dimension des Friedens: Soziale Solidarische Ökonomie“ weist auf die Potentiale und Bewegungen hin, die in diesem Sinne für einen Humanismus der Praxis eintreten, sie kommen zu Wort.“

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Die Veranstaltung wird finanziell von der Stiftung Umverteilen! unterstützt.

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