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2,3 Mio. Menschen sollen Venezuela bereits verlassen haben, mehr als 7% der Einwohner*innen des Landes. Es sei der „größte Exodus in der Geschichte Lateinamerikas“, lesen wir. Dabei war Venezuela bis vor 30 Jahren noch ein begehrtes Einwanderungsland, auch für Europäer/innen. Hunderttausende Kolumbianer/innen suchten und fanden Arbeit in Venezuela, flohen vor der Gewalt in ihrem Land. Nach dem Putsch 1973 bot Venezuela  Zuflucht für rund 200.000 Chilen*innen.

Seit 2015 erlebt Venezuela eine Massenflucht. Venezolaner/innen fliehen nach Kolumbien, Brasilien, Ecuador, Peru,  Chile, Argentinien, Uruguay, Spanien. In Deutschland machen sie derzeit die größte Gruppe der Asylsuchenden aus Lateinamerika aus.

Besorgniserregend, wie mit den Migrationsbewegungen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weltweit wachsen, antidemokratische rechtsgerichtete Kräfte an Zulauf gewinnen. So auch derzeit in Lateinamerika.  Der am 1.1.2019 sein Amt tretende brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bezeichnete bereits 2015 die nach Brasilien Flüchtenden, als „Abschaum der Erde“. Geflüchtete werden im August 2018 an der brasilianischen Nordgrenze von der Bevölkerung mit Gewalt vertrieben. Die kolumbianische Regierung verlangt das Eingreifen der UNO, Chile und Peru bei Einreise die Vorlage eines Reisepasses, wohl wissend, das es derzeit für einen Venezolaner nahezu unmöglich ist, einen solchen zu bekommen. Flüchtende werden in den Zielländern zu Objekten der Erniedrigung und Ausbeutung in allen Formen.

Angesichts der hoch emotionalisierten Situation ist es schwierig, sich ein objektives Bild zu verschaffen. Was ist Propaganda, was ist Wahrheit? Worin ist diese Massenflucht begründet? Welche Folgen hat sie für Venezuela? Für die Aufnahmeländer und die Region? Gibt es Lösungen für die Krise?

Nur kurz werden wir auf andere Länder blicken können, die aus den unterschiedlichsten  Gründen verlassen werden: Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala, Mexiko, Kuba, Karibik, Argentinien, Brasilien ….Dazu dann bei einer anderen Veranstaltung mehr.

Im Gespräch mit Héctor G. Briceño M., Investigador del Centro de Estudios del Desarrollo, Universidad Central de Venezuela CENDES-UCV, Claudia Méndez (Lateinamerika-Institut FU Berlin), Prof. Dr. Klaus Bodemer (ehem. GIGA Hamburg), und Univ.-Prof. Dr. habil. Raina  Zimmering (Historikerin, Politologin, Soziologin, Lateinamerikanistin).

Der Eintritt ist frei. Spenden erwünscht. Bitte um anmeldung@lateinamerikaforum-berlin.de

Ort: Bismarckstr. 101, 5. Etage bei SEKIS,  10625 Berlin, Eingang Weimarer Str.!
Verkehr:  U2 Deutsche Oper

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